Münster - Ralf Brandt mag sich nicht als Frauenversteher hervortun, aber von Zeit zu Zeit muss er dem weiblichen Geschlecht doch helfen, "das Glück selbst in die Hand zu nehmen". Der Teamsprecher spürt auch vor dem dritten Aufstieg der Damen sportliche Vorbehalte, die er als Trainer nicht teilen kann. "Die Damen hatten auch vor dem Aufstieg in die Ober- und Regionalliga Bedenken, dass sie dort oft verlieren würden. Sie schützen sich vor der Leistung, die ihnen möglich ist!"
Nun winkt die Bundesliga, der Regionalliga-Erste Münster wird das entscheidende Rückspiel in Köln mit dem besten Trio bestreiten, Brandt geht "deutlich davon aus, dass wir da gewinnen". Und als Verfechter des Leistungssports ist es für ihn logisch "der nächste Schritt", dass der Meister die Herausforderung eine Etage höher annimmt.
Frühzeitig hat Brandt die Diskussion im Verein in Gang gebracht und die Abstimmung auf der Klubhomepage (82 % pro Aufstieg) als Auftrag verstanden, ein Gespräch nach Karneval anzusetzen. Neben den Spielerinnen Ina Lütkemeyer, Nicole Weber, Tanja Kaulfuß, Beate Leuchtenberg und Katrin Uthoff wird der Präsident Stefan Brinkmann Platz nehmen und mit Simone Korell, Nummer sechs in Deutschland, ein potenzieller Neuzugang und Kapitän.
Ohne Angst gegen SQC
Die Münsteranerin Korell spielt als Seniorin für Squashboard, ansonsten aber für den Deutschen Mannschaftsmeister CW Bonn/Mülheim. Die 36-Jährige wurde nach der Verletzung Sabine Tillmanns und der Absage Kathrin Rohrmüllers nun zum Lehrgang des Nationalteams berufen.
Zudem würde Brandt eine Internationale für die Spitzenposition verpflichten, damit der Abstieg kein Dauerthema werden: "Frauen verzweifeln daran." Dass mit dem 1. SQC bereits ein Bundesligist aus Münster kommt, "finde ich toll", so der 43-Jährige. "Die Spielerinnen kennen sich und dann fällt die Angstschwelle."
Der Plan der Deutschen Squash-Liga, die (wenigen) Bundesliga-Teams auf drei Damen zu reduzieren, käme den ausgeglichen besetzten Boarderinnen nicht entgegen, Brandt aber glaubt, die Mehrzahl der Vereine sei dagegen. Ihm selbst wären " um den Nachwuchs zu etablieren " Fünferteams mit mindestens einer Jugendlichen am liebsten. Neben den 30ern Lütkemeyer, Weber, Kaulfuß und Leuchtenberg hat der Borkstraßen-Klub mit der gerade 16-jährigen Yvonne Elger auch ein großes Talent.
Erfolgreich als Familie
Überhaupt sei Squashboard als Freizeitfamilie erfolgreich, weiß Brandt. Nicht nur die drei Damenteams pflegen das Miteinander über den Sport hinaus. Rund 90 Mitglieder sorgen für die nötige Breite und halten zusammen: Ins Squashcenter nehmen viele Aktive auch ihre Kinder mit. "Es ist, als ob man nach Hause kommt", bemerkte Yvonne Elger. - Michael Spandern


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