Neues Präsidium nimmt Verein in die Pflicht und sorgt für sportlichen Durchzug.
Dass Squash in Münster eine Hochburg ist, ist sicherlich seit Jahren bekannt. Auch wenn von dem Boom mit seiner Zeit fünf Squashvereinen nur noch der Squashboard 81 übrig blieb, ist Münster wenn es um den schnellen Rückschlagsport geht immer noch eine Hochburg.
Der Verein an der Borkstrasse hat jetzt nach 15 Jahren ein neues Präsidium bekommen, bei der sich der langjährige Präsident Stefan Brinkmann von der Position des ersten Vorsitzenden aus beruflich und privaten Gründen zurückgezogen hat, jedoch weiterhin als Kassenwart dem Verein und dem Präsidium die Treue hält. „Meines Erachtens sind knapp 15 Jahre Vereinsvorsitz genug. Jedoch soll das nicht bedeuten, dass ich Amtsmüde geworden bin. Viel mehr war der Grund, dass ich einfach keine regelmäßige Zeit mehr hatte, mich in der Woche entspannt um unsere Vereinsmitglieder zu kümmern. Eine Führung des Vereins ohne Nähe zu den Mitgliedern entspricht nicht meinen Vorstellungen und dazu ist dieser Verein auch einfach zu breit aufgestellt, als dass man sich da aus der Verantwortung ziehen könnte. Mit meinem neuen Amt las Kassenwart bin ich dem Verein immer noch nahe genug. Und außerdem geht man ja doch nie so ganz“, so Brinkmann gemäß dem Vereinmotto „Einmal Boarder, immer Boarder“.
Der Verein wäre jedoch nicht das, was er ist, wenn er in solch einer Situation den Kopf in den Sand stecken würde. Deswegen wird Squashboard 81 nunmehr durch einen neuen Präsidenten geführt und der ist kein Geringerer als der Präsident des Deutschen Squash Verbandes DSQV. Michael Elger, dem man jetzt nachsagen könnte, dass auf Grund seiner Position im DSQV der Squashboard in Zukunft ein Selbstläufer würde, ist bodenständig genug, um zu wissen das ein Verein nur dann erfolgreich ist, wenn vor Allem ein Ziel nicht aus den Augen gerät: zufriedene Mitglieder, die sich mit dem Verein identifizieren. „Unser Vorteil ist, dass wir eine breite sportliche Basis haben, die uns manchmal sogar vor Luxusprobleme stellte. Einerseits konnten wir zu den Spieltagen nicht ausreichend Courts den Mannschaften zu Verfügung stellen, andererseits hatten wir mal zu viel und manchmal zu wenig Spieler und Spielerinnen, um die Spieltage zu bestreiten. Dies wird in der neuen Saison anders. Wir werden mehr Spieler pro Mannschaft melden dafür aber weniger Mannschaften. So können wir immer Spitzensquash bieten“, so Elger. „Sowohl bei den Damen, den Herren und bei den Senioren wird der Squashboard weiterhin in den höchsten Ligen des Landes vertreten sein.
Gleichzeitig werden die Squasher von der Borkstrasse aber im Bereich des Nachwuchses neue Wege gehen. Yvonne Elger, die bei den Damen seit einigen Jahren ihre Erfahrung sammelt, ist nunmehr für die Geschicke der Jugend verantwortlich. Und auch hier hat sich der Erfolg mit der Meldung zweier Mannschaften in der Kinderliga eingestellt. Derzeit trainieren bis zu 20 Jugendliche jeden Freitag in der Borkstrasse und demnächst muss ein zweiter Trainingstag möglich gemacht werden, um dem Anspruch des Nachwuchses gerecht werden zu können.
Um einen besseren Kontakt zu den Mitgliedern zu pflegen teilen sich Christian Bergmann und Ralf Brandt den sportlichen Bereich. „Während sich Christian um die internen Angelegenheiten kümmert, bin ich für den Bereich Verbände und Außendarstellung zuständig. Diese Dinge sind jedoch fließend. Viel wichtiger ist es aber, dass sich die Vereins- und Freizeitspieler und –spielerinnen bei uns gut aufgehoben fühlen. Manches mal müssen wir sie dann auch an die Hand nehmen, was allerdings auch wichtig ist, wenn der Sport funktionieren soll“, so Brandt
Für die „weltweite Außendarstellung“ ist weiterhin Daniel Brinkmann zuständig, der schon viele Preise für die Internetpräsenz von squashboard.de einfahren konnte. Zu seinen virtuellen Schöpfungen gehören auch die Turnier-Seiten „MS-Open“ und „NRW-Open“, werden sie doch mit dem Squashboard Münster in einem Atemzug genannt.
Komplettiert wird das neue Präsidium von Birger Gerling, der als Schriftführer das fixieren soll, was in der Präsidiumsarbeit beschlossen wird. Hier wartet die Erstellung eines Jahreskalenders auf den Abschluss, der bei den MS-Open erstmals vorgestellt wird.
Neue Sportliche Dimension
Welch schweren Stand der Leistungssport in Münster hat, sieht man an den Beispielen des USC, UBC, Preußen Münster, Münster 08, etc. Sobald hier die Leistung bzw. ein professionelles Umfeld gefordert wird, treten die Förderer lieber zurück anstatt den entscheidenden Schritt in Richtung Leistungssport zu suchen.
Auch hier will der Squashboard den Weg weitergehen. Nachdem man sich schon in den vergangenen Spielzeiten bei den Damen mit einer bundesliganahen Leistung etabliert hat, will man in der neuen Spielzeit die Damen-Bundesligamannschaft aus Gütersloh in eigener Regie für Münster starten lassen. Mit der mehrfachen deutschen Meisterin Simone Korell und mit Eva Brauckmann hat man seitens der Boarder sowieso schon zwei „eingemeindete Münsteranerinnen“ in den eigenen Reihen. Dazu ist es gelungen mit Lena-Marie Al Odeh die beste Jugendliche aus NRW von Recklinghausen nach Münster zu lotsen. Diese Mannschaft, die auch in einer finanziell ungünstigen Lage immer noch zusammenhält soll in der Borkstrasse eine neue Heimat bekommen. Dabei soll an frühere Erfolge, wie die deutsche Meisterschaft im Jahr 2000 und dem Sieg im Europapokal im gleichen Jahr, angeknüpft werden. Gleichzeitig werden allerdings auch die Spielerinnen in die Pflicht genommen und müssen sich in den Dienst des Vereins und der Mitglieder stellen. „Eine Bundesligamannschaft kann bei uns nur existieren, wenn sie komplett vom Verein akzeptiert wird, jedoch komplett finanziell entkoppelt bleibt. Hier wird sich in den kommenden Gesprächen zeigen müssen, ob Münster absoluten Spitzensport oder wie bei dem größten Aushängeschild weiterhin viertklassig bleiben will.
„Wir wollen in Münster Spitzensport zeigen und das werden wir auch schaffen“ zeigt sich das Präsidium trotzig.
Die MS-Open, die dieses Jahr vom 16.-17. Juni stattfinden, rücken erstmals in den Blickpunkt des Weltverbandes. Hier gibt es bei den Herren erstmals wertvolle Weltranglistenpunkte zu gewinnen. „Wir wollen es den besten deutschen Spielern ermöglichen Punkte für den Weltverband, die PSA zu sammeln, ohne dass sie große Wegstrecken zurücklegen müssen um auf bestimmte Punktzahlen zu kommen. Und wir möchten hier unseren Fans die besten Spieler und Spielerinnen präsentieren.
Deutsche Nr. 2 hat gemeldet!
Wir glauben, dass das Turnier mittlerweile einen entsprechenden Stellenwert in Deutschland hat, so dass wir unterstützend tätig werden können.
Aber auch hier haben wir versucht dem Turnier eine neue Variante zuteil werden zu lassen: Ein neues Turnier im Turnier „Five shoot out“ genannt, richtet sich an alle, die diesen schnellen Sport noch schneller werden lassen wollen. Es wird hier nur ein Satz, bis Fünf gespielt. Damit ist gewährleistet, dass es von Beginn an direkt und schnell zur Sache geht. Allerdings müssen hier nicht unbedingt die Bundesligaspieler die Nase vorn haben. Denn das Spiel von „so genannten Fortgeschrittenen“ kann nicht immer schnell genug gelesen werden und dazu ist die Spieldistanz zu kurz. Wie erfolgreich sich diese Idee durchsetzen wird, wird sich zeigen.“
Ende Januar soll es dann den nächsten und größten Paukenschlag geben: Squashboard will die GERMAN MASTERS ausrichten. Münster hat die Option, die GM für die nächsten drei Jahre auszurichten. Dieses Turnier ist das größte Squashturnier in Deutschland und wird auch in Münster hoffentlich neue Maßstäbe setzen. „Optionstermin ist 31.07. und bis dahin müssen wir viel Geld zusammen bekommen, wenn wir die allerbesten zeigen wollen“ so Kassenwart Stefan Brinkmann. „Aber auch hier sind wir optimistisch, dass Münster hinter uns steht“.
Der Bereich Schulen ist für diese Sportart bisher sehr schwer zu etablieren. Hier bietet jetzt der Squashboard in den Ferien für alle Schüler eine kostenfreie Aktion an. Ab der zweiten bis zur fünften Ferienwoche findet Di und Do zwischen 10 und 12 Uhr ein kostenfreier Squashtreff unter Anleitung für alle interessierten Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren statt und in der letzten Woche haben dann alle Beteiligten die Möglichkeit sich in einem Abschlussturnier zu messen.
Als Höhepunkt der Schuloffensive ist dann die Stadtmeisterschaft der Schulen Ende Dezember geplant, bei der eine Mannschaft aus einem Lehrer, einem Schüler und einer Schülerin besteht.
Man sieht, Squash ist und bleibt aktiv in Münster. Wir packen es an! Münster auch?
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Brandt


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