MS-Open

Finalspiele interessanter als Deutschland - Lettland
Finalspiele interessanter als Deutschland - Lettland

WN: Live-Squash besser als Fernseh-Fußball

Münster. Das Herren-Finale ausgerechnet zeitgleich zum Euro-Kracher Deutschland - Lettland anzusetzen haben denn Squasher kein Herz für Fußball? Doch, sie haben. Also wurde die Entscheidung bei den Männern im Rahmen der Münster-Open kurzerhand um 90 Minuten vertagt. Ein weiser Entschluss, immerhin gab es an der Borkstraße anders als in Porto einen Sieger zu bejubeln.

Der kam bezeichnenderweise aus England. Während nahezu das komplette einheimische Spielerfeld vor den TV-Monitoren im Squashcenter schwitzte, blieb Gary Clarke ganz cool. Heiß lief der 37-jährige Armeeangehörige aus Farnborough erst auf dem Court, wo er gegen Vorjahressieger Christian Spindler (CW Bonn-Mülheim) nach vier umkämpften Sätzen (9:5; 5:9, 9:4; 9:4) triumphierte. Der Titel bei den Damen ging an die Top-Gesetzte Simone Korell (CW Bonn), die für ihren Erfolg über Lokalmatadorin Eva Brauckmann (SQCM) ebenfalls vier Durchgänge benötigte (9:5; 9:5, 7:9, 9:1).

Markus Knäpper konnte zu dem Zeitpunkt längst entspannt Fernsehen gucken. Nicht, dass das Auftreten des Münsteraners so blamabel gewesen wäre, wie das der Nationalkicker. Immerhin: Der 29-Jährige erreichte das Viertelfinale, davon ist die DFB-Elf noch weit entfernt. Allerdings war in der Runde der letzten acht Schluss, gegen Nachwuchshoffnung Pascal Tagaz (CW Bonn) erwischte es Knäpper. Die Erklärung des in fünf engen Sätzen Unterlegenen: Nach Saisonende habe ich das Training zurückgefahren, nur zwei Turniere gespielt. Deshalb hat die Kondition am Ende gefehlt.

Allerdings musste auch sein erst 18 Jahre alter Bezwinger dem 90-Minuten-Marathon-Match Tribut zollen, in der Vorschlussrunde blieb Tagaz gegen den späteren Sieger Clarke ohne Chance. Der Engländer drückte ebenso dem Endspiel mit variablem Spiel seinen Stempel auf, allerdings ärgerte sich Finalgegner Spindler hinterher über viele leichte Fehler und mangelnde Cleverness.

Einen wirklichen Heimvorteil besaß Brauckmann, bereits dreimal bei den MS Open erfolgreich, im Damenendspiel nicht. Korell startet zwar für den aktuellen Mannschaftsmeister Bonn, trainiert aber in Münster und ist zudem bei den Squashboard-Seniorinnen gemeldet. Die Sympathien waren also verteilt, das Spiel selber weniger. Von Beginn an kontrollierte Korell das Geschehen, nur im dritten Durchgang konnte Brauckmann ihrer routinierten Gegnerin Paroli bieten. Weitere Erfolge der Veranstalter: Platz zwei für Squashboard-Youngster Yvonne Elger (15) in der B-Klasse und die Trostrunden-Siege durch Tanja Kaulfuß (Damen A) und Ralf Brandt (Herren B).

 

Heimvorteil genutzt: Simone Korell spielt in der Bundesliga für Bonn-Mülheim und trainiert beim Squashboard in Münster.

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