Münster. Tim Weber sitzt völlig erschöpft und mit freiem Oberkörper auf der Bank. Der mehrmalige Squash-Jugendmeister vom SC Schängel Koblenz wringt sein nass geschwitztes T-Shirt aus und lässt alles in einen Eimer tropfen.
Soeben hatte sein Gegner André Haschker ihm in fünf packenden Finalsätzen alles abverlangt – und es hatte trotzdem nicht ganz gereicht. Am Ende triumphierte der bayrische Meister von 2008 mit 11:2, 6:11, 10:12, 11:4 und 11:6. Damit sackte Haschker 50 Ranglistenpunkte ein, die für den Sieger der Herren A-Klasse ausgeschrieben waren.
Mit dem hochklassigen Finale fanden die „MS Open“ einen würdigen Abschluss. Von samstagmorgens bis sonntagabends lief die Veranstaltung, die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden: „Wir hatten keine Probleme, alles lief reibungslos ab“, freute sich Ralf Brandt vom Squashboard Münster, der neben der Organisationsarbeit auch noch selbst antrat und den Gewinner André Haschker seit 2007 betreut.
82 Teilnehmer waren in Münster an den Start gegangen – und dass, obwohl mit der Fußball-Europameisterschaft ein schwergewichtiges Alternativprogramm im Wochenendplaner stand. „Zum Glück haben wir nach der Weltmeisterschaft 2006 dazugelernt und möglichen Versetzungen von Spielen mit Hilfe eines großen Fernsehers vorgebeugt. So kam keiner auf die Idee, während des Turniers nach Hause zu fahren“, erklärte Brandt.
Neben den obligatorischen Herren- und Damenklassen richtete Brandt zusammen mit Stefan und Daniel Brinkmann auch noch eine Trostrunde sowie ein „Five Shoot Out“ ein. Im Fokus stand jedoch das Finale am Sonntag, das die Zuschauer auf der Tribüne gleich mit langen Ballwechseln im ersten Satz zu fesseln wusste. Hier hatte Tim Weber oft das Nachsehen. Schnell lag er aussichtslos zurück, feuerte frustriert seinen Schläger auf den Boden und gab den ersten Satz mit 11:2 ab. Im zweiten Durchgang fing sich Weber dann, begann konzentrierte und glich nach einer 4:0-Führung später nach Sätzen aus. Der dritte Satz mit Abstand der intensivste: Haschker führte bereits 10:6, vergab dann aber die drei Entscheidungsbälle und musste Weber, der seinen kaputten Schläger wechselte, mit 12:10 die vorläufige Führung nach Sätzen überlassen. Nach diesem Kraftakt war die Luft bei Tim Weber jedoch raus, völlig entkräftet gab er den vierten Satz ab und fand auch im fünften nicht mehr ins Spiel.
Neben André Haschker siegten noch Peter Ruß in der Herren B-Klasse gegen Tim Hanneforth in fünf Sätzen, Simon Weiß deutlicher bei den Herren C (9:2, 9:6, 9:6 gegen Wilfried Steinbeck), und Stephan Pues vom Squashboard Münster in vier Sätzen gegen Christoph Blum in der D-Klasse. Bei den A-Damen setzte sich mit Simone Korell (39 Jahre) vom Squashboard Münster die älteste deutsche Nationalspielerin aller Zeiten gegen Anke Achtermann ohne einen einzigen Punktverlust durch, im B-Feld kam Renate Rochelmeyer gegen Astrid Eikel nach drei Sätzen zum Erfolg.

Die strahlenden Sieger bei den „Münster Open“ (von links): André Haschker, Simone Korell und Christian Wucherer.
Copyright Westfälische Nachrichten - (Foto: Jürgen Peperhowe)


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