Münster - Als Bernd Adamaschek erfuhr, daß in der Herren-A-Klasse auch die Verlierer der ersten Runde noch eine Finanzspritze von 50 Mark erhalten, wollte er spontan ummelden. „Sollte ich dann die erste Runde überstehen, wäre ich um 150 Mark reicher. Aber dazu müßte ich meinen Gegner wohl K.o. schlagen."
Und das will der Sportwart des 1. Squashclubs Münster natürlich nicht, also bescheidet er sich beim 2. Technoconsult Computer-Cup mit einem Start in der B-Klasse. Von Freitag bis Sonntag wird es im Sportcenter an der Borkstraße hoch hergehen, wenn sich rund 250 Squasher beim drittgrößten deutschen Turnier um Preisgelder in Höhe von 55 000 Mark streiten. Erstmals ist diese Veranstaltung zudem ein Wertungsturnier für die deutsche Rangliste, was den Aktiven zusätzliche Aktivitäten abverlangen dürfte. „Ich bin sicher, daß sich alle ins Zeug legen werden", mutmaßt Oberschiedsrichter Ralf Brandt.

Am Wochenende beim Technoconsult-Cup am Start: Der Niederländer Lucas Buit vom SQC Münster.
Ob alle kommen werden, die letztlich gemeldet haben,, das wird abzuwarten sein. Aber, Organisationsleiter Stefan Brinkmann und Pressereferent Tom Ackermann sind sich ziemlich sicher, daß die meisten Genannten ihre Zusage auch einhalten werden. „Aber einige Paradiesvögel gibt es immer, die bei mehreren Turnieren melden, um dann dort zu starten, wo sie sich das beste Abschneiden ausrechnen."
In Münster war man ursprünglich davon ausgegangen, mit dem kommenden Wochenende einen optimalen Termin erwischt zu haben. Dann aber stellte sich heraus, daß nur eine Woche später in Südafrika ein Großereignis wartet, auf das sich ein kleiner Teil der nationalen Elite bei den Herren konzentrieren wird. Also fehlt in Münster der Titelverteidiger in der Herren-A-Klasse, denn Hansi Wiens hat in Südafrika gemeldet. Im 32er-Feld, das ohne Trostrunde direkt nach dem K.o-Prinzip verkleinert wird, stehen mit Wilfried Bücker, Christian Spindler und Christian Meyer, (alle 1. SQC Münster) drei Lokalmatadoren neben ihrem Zweitliga-Teamkollegen Lucas Buit (Niederlande). Alle vier gehen sicher nicht ganz chancenlos in diesen Wettbewerb, der - trotz Südafrika - von einem Großteil der besten deutschen Squasher bestritten wird.
Bei den Damen (16 Starterinnen) allerdings stellt sich die Titelverteidigerin der starken Konkurrenz. Daniela Grzenia wird dabei besonders auf die nationale Nummer eins und Zwölfte der Weltrangliste, Sabine Schöne, zu achten haben, gegen die sie erst kürzlich glatt mit 0:3 unterlag.
Bei den Herren ist aus Münster alles am Start, was Rang und Namen hat. Das gilt auch für die B-Klasse, wo Ober- bzw. Regionalliganiveau verlangt wird. Als Lokalmatadorin in der A-KIasse bei den Damen muß Simone Korell herhalten, aus Bochum stammend, in Münster studierend und trainierend (Squashboard 81) und für Paderborn spielend. Die deutsche Ranglistenachte freut sich auf dieses hochkarätig besetzte Turnier und den darin eingebauten Ländervergleich zwischen der deutschen und der finnischen Nationalmannschaft. „Ein idealer Test, die Form zu überprüfen".
Initiator und Sponsor Uwe Brettner von der Firma Technoconsult hofft, dieses Turnier als jährlich wiederkehrendes Großereignis in Münster präsentieren- zu können. „Aus dem Bereich der Computerbranche wurden mir spontan viele Geld- und Sachpreise zur Verfügung gestellt. Wenn es der Branche auch in den nächsten Jahren noch gut gehen sollte, dürfte ein Fortbestehen dieses Wettbewerbs garantiert sein."
Freier Eintritt für die Fans, eine Tribüne am Court, eine zusätzliche Übertragung der Finalspiele per Videokamera im Foyer für die verspäteten Zuschauer, eine Fete am Samstagabend. Der Veranstalter hofft, an wirklich alles gedacht zu haben, um ein sportlich und organisatorisch hochkarätiges Turnier auf die Beine gestellt zu haben. Freitags wird von 14 bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 20 Uhr gespielt; am Sonntag läuft das Turnier von 10 Uhr bis zu den Finalspielen, die um 15 Uhr (Damen) und 16 Uhr (Herren) beginnen sollen. Die Siegerehrung wurde auf 18 Uhr angesetzt.
Bericht der Westfälischen Nachrichten


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